Um es gleich vorwegzunehmen, die Laktoseintoleranz ist keine Krankheit, sondern der Normalzustand etwa 80% der erwachsenen Weltbevölkerung. Gewöhnlich können nur Säuglinge aus naheliegenden Gründen Laktose verdauen. Bei Asiaten und Afrikanern verliert sich diese Fähigkeit schon im Kindesalter. Dass Europäer auch als Erwachsene Laktase bilden, so heißt das Enzym, das die Laktose verarbeitet, liegt daran, dass wir seit Jahrtausenden Milchprodukte zu uns nehmen. Es ist eine evolutionäre Anpassung. Warum neuerdings immer mehr Europäer und aus Europa ausgewanderte Amerikaner keine Laktose vertragen, ist unbekannt.
Die Laktoseintoleranz kann sehr lästig sein, ist aber nicht gesundheitsschädlich. Selbst wenn man sich als Laktoseintoleranter nicht von laktosefreier Kost ernährt, nimmt man keinen gesundheitlichen Schaden. Man muss eben nur mit den Symptomen wie Blähungen und Durchfall leben. Wer das nicht will, kann auf eine breite Palette laktosefreier Nahrungsmittel zurückgreifen.
Und warum schreibe ich das? Weil es mir langsam auf den Senkel geht, dass dauernd irgendwer jammert: “Das darf ich nicht essen, ich habe eine Laktoseintoleranz!” Laktoseintoleranz ist keine Allergie! Niemand bekommt deshalb einen anaphylaktischen Schock und niemand stirbt an Laktoseintoleranz. Dieser ganze Intoleranz-Hype ist wahrscheinlich nichts weiter als eine Verkaufsmasche der Hersteller laktosefreier Nahrungsmittel.
p.s.
Man kann sich die Laktase auch in Tablettenform zuführen. Gibt es in jeder Apotheke und in jeder Drogerie. Ist zwar relativ teuer, wirkt aber hervorragend.

Über die Laktoseintoleranz und andere Intoleranzen sowie Allergien sollten die Kinder eigentlich schon in der Grundschule orientiert werden – oder nicht?
Bloß nicht! Sonst erzeugen wir noch mehr Hypochonder unter den Kindern.
Dass wir alle eine gewisse Laktoseunverträglichkeit haben, find ich schon bedenklich.
Warum essen und trinken wir dann Milchprodukte?
Wird schon seinen Grund haben, dass die Muttermilch fürs (eigene) Baby “hergestellt” wird.
SInd denn Erwachsene schon mal auf die Idee gekommen Muttermilch zu trinken, die den Babys weggenommen wird?
Ich finde, wir sollten weg kommen vor allem von dieser industriell hergestellten Flüssigkeit.
Es gibt Alternativen
Wir Europäer vertragen zum überwiegenden Teil Laktose, eine evolutionäre Anpassung wie gesagt. Mir ging es darum darzustellen, dass die Laktoseintoleranz keine Krankheit ist, und dass sich niemand vor einem Bisschen Laktose fürchten muss.
Milch als industriell hergestellte Flüssigkeit zu bezeichnen, finde ich allerdings übertrieben. Das trifft eher auf die Alternativen zu.
Du hast sicherlich recht und ich versuche auch immer wieder, die Leute, die glauben, eine “Laktose-Allergie” zu haben, aufzuklären. Aber: wenn man z.B. bei einem schönen Abendessen bist oder bei einer beruflichen Veranstaltung oder sogar nur einen Filmabend mit Freunden verbringen willst und nichts davon hat, weil man eben stundenlang mit Krämpfen und schlimmeren auf der Toilette hängt, macht das auch keinen Spass mehr. Ist halt immer die Sache, wie man es rüberbringt.
Das ist richtig. Nur wer eine Laktoseintoleranz hat, verbringt nicht gleich Stunden auf der Toilette, nur weil er ein wenig Laktose zu sich nimmt. Natürlich ist ein traditionelles Käsefondue meist nicht das Richtige, aber jegliches Essen abzulehnen, das nicht laktosefrei ist, finde ich auch übertrieben. Nebenbei kommt es auch darauf an, worin sich die Laktose befand bzw. was man sonst noch gegessen hat.
Esse ich größere Mengen laktosehaltigen Käse, habe ich entsprechende Beschwerden. Doch Tzatziki oder Kräuterquark kann ich eimerweise essen, ohne dass ich auch nur das leiseste Grummeln im Bauch verspüre. Im allgemeinen ignoriere ich meine Laktoseintoleranz und lebe wunderbar damit. Dass ich dadurch ab und an Blähungen und Durchfälle habe, empfinde ich als das kleinere Übel. Vielen Leuten ist doch schon allein durch die Angst vor Laktose schlecht, weshalb ich denke, dass es höchste Zeit wird von dieser Laktosehysterie wegzukommen.